Rathaussanierung gescheitert

Ein schlichter Gebäudekomplex im Stil der 60er Jahre mit dünnen Außenwänden, hohen einfachverglasten Fensterfronten und nicht isolierten Flachdächern, das ist das Aldenhovener Rathaus. Es ist in die Jahre gekommen. Feuchte Keller, Schimmelpilzbefall, Risse und Schäden, wohin man sieht, schrottreife Rohrleitungen und veralterte Installationen verursachen einen jährlichen Unterhaltungs- und Bewirtschaftungsaufwand von 100.000 €. Ein Fall für die Abrissbirne, sollte man meinen.

Darum lautete unser Konzept als CDU:  Abbruch des alten Bürotraktes und Errichtung eines kleineren, modernen Zweckbaus für 2,8 Mio. € auf Mietkaufbasis, erbaut und betrieben durch einen Generalunternehmer. Erfahrene Fachingenieure und Investoren hatten uns dazu geraten. Nach 7 Jahren waren wir Eigentümer. Das Projekt war durch finanziert. Die Zinsen beliefen sich auf deutlich unter 100.000 € bei gleichzeitiger Einsparung der alten laufenden Aufwendungen.

Davon unbeeindruckt setzte die neue Mehrheit die Sanierung durch. 1,8 Mio. € sollte sie kosten. Dass dafür im Haushalt der Gemeinde kein einziger Euro veranschlagt war, ließ sie vollkommen außer Acht. Ihr reichte die Förderung des Bundes von 0,5 Mio. €, um beginnen zu können. Welch grobe Fahrlässigkeit! Unter diesen Umständen war die Sanierung von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Ein Jahr lang war das Rathaus eine einzige Baustelle. Es wurde gehämmert, gebohrt und geflickt an Wänden, Böden und vergammelten Leitungen. Zum Schluss reichte das Geld nicht mehr. Die halbe Million war aufgebraucht.
Jetzt  werden die Toiletten auf der Bürgermeisteretage durch Wasserleitungen versorgt, die, wie zu Nachkriegszeiten im Sozialen Wohnungsbau, auf dem Putz verlegt sind. Am System der Entwässerung des Hinterhofes wurde nichts geändert. Wann der Keller wieder unter Wasser steht, ist nur eine Frage der Zeit.

Eine halbe Million wurde regelrecht verplempert. Keine einzige energetische Maßnahme kam zum Tragen, weder der Einbau von über 200 isolierverglasten Fenstern, noch die Dämmung der Außenwände und Flachdächer. Von regenerativer Energieversorgung für das Rathaus erst gar nicht zu reden.
So bleibt das Rathaus weiterhin Energiefresser Nr. 1. Die neue Mehrheit kümmert es wenig. Das Nachsehen hat dafür der Steuerzahler.

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