Wirtschaftsförderung in Aldenhoven

Vor einem halben Jahr ließ eine Meldung des FPD-Vorsitzenden Zander in der Lokalpresse aufhorchen, als Herr Zander ein Konzept für die Wirtschaftsförderung in Aldenhoven groß ankündigte. Dieses Konzept sollte dann an den Wirtschaftsausschuss zur weiteren Beratung verwiesen werden.


Ausgerechnet an den Wirtschaftsausschuss! Bereits das wäre ein Thema für sich. Der Aldenhovener Wirtschaftsausschuss, den es in dieser Form nirgendwo gibt. Bei keiner anderen Kommune. Nicht in Baesweiler, nicht in Jülich, nicht in Linnich und auch nicht in Titz, wohin die neue Mehrheit so gerne hinschielt.

Was steckt überhaupt hinter dem Begriff Wirtschaftsausschuss? Kneipenausschuss etwa? Nicht einmal sachkundige Bürger sind zugelassen. Warum wohl? Man will sich abgrenzen! Ein Ausschuss, der bis auf fünf simple Schlagworte keinerlei fundierte Geschäftsgrundlage aufweist. Dessen Spektrum vom Rat selbst und von mindestens zwei weiteren Ausschüssen längst abgedeckt wird, der insoweit überflüssig ist. Nehmen wir Wirtschaftsförderung als Beispiel. Wirtschaftsförderung ist erklärte Aufgabe des Rates, des Hauptausschusses und des Bauverwaltungsausschusses. Nun will auch noch der Wirtschaftsausschuss mit mischen, in dessen Reihen der FWG-Vorsitzende Froning sich pikanterweise ein besonderes Pöstchen gesichert hat.

Sei's drum, ich habe Herrn Zander auf seine Ankündigung in der Presse erwidert, dass ich auf seine Lösungsvorschläge zur Wirtschaftsförderung sehr gespannt bin. Das war durchaus ironisch gemeint. Ich habe Herrn Zander das nämlich, offen gesagt, nicht zugetraut. Und er hat mich ja auch nicht enttäuscht. Schaut man in seinen Antrag, liest man - außer der Initiative selbst - nichts mehr davon, dass FDP oder FWG in irgendeiner Weise konzeptionell tätig werden wollen. Stattdessen wird der Bürgermeister gebeten. Er soll es machen und zwar als Erstes einen Themenkatalog erarbeiten. Vom Antragsteller ist überhaupt nicht mehr die Rede. Wieder einmal hat Herr Zander den Mund reichlich voll genommen.

Die Verwaltung soll beauftragt werden, Kontakt aufzunehmen mit Jülich, Linnich, Alsdorf und Baesweiler bezüglich einer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung. Wer so etwas will, hat keine Ahnung, wie das Geschäft der Wirtschaftsförderung in der Praxis gerade unter konkurrierenden Nachbargemeinden abläuft. Ein berühmtes Beispiel: Firma Alpla aus Jülich. Alpla wollte ursprünglich nach Aldenhoven, ging aber schließlich nach Baesweiler. Warum wohl? Baesweiler hatte eigene Gewerbeflächen, preiswert und fertig zugeschnitten. Das war der entscheidende Unterschied, den Baesweiler in die Waagschale geworfen hat. Da konnten wir nicht mithalten. Das geht bis in die jüngste Zeit. Die Konkurrenz unter Nachbarkommunen ist groß. Man kämpft um jeden Ansiedlungswilligen. Zusammenarbeit wäre gefährlich. Aldenhoven hätte stets das Nachsehen. Da ist man beim Kreis in übergeordneter Funktion besser aufgehoben. Baesweiler macht das übrigens genauso.

Was ebenfalls in allen Gemeinden gleich ist: Wirtschaftsförderung ist Kompetenzsache des Bürgermeisters. Der delegiert gegebenenfalls an das Bauamt. Dort wird jede Form der Beratung geboten. Auch in Aldenhoven. Ich erinnere an das Gewerbeflächenkataster, das jedem Interessierten zugänglich ist.

Wirtschaftsförderung gibt es in unserem Hause und sie funktioniert als so genannte interdisziplinäre Aufgabe. Dazu brauchen wir nicht extra einen neuen Ausschuss. Alle sollten sich einbezogen fühlen. Die Öffentlichkeit beispielsweise, was auch geschieht. Vor allen Dingen die Politik. Auch dafür gibt es Beispiele: das Immobilienpaket Frauenrather Straße, der Autohof, der Supermarkt in Siersdorf, das Baugebiet S 18. Natürlich weiß man vorher nie, was daraus wird. Darum muss man immer wieder werben um Ansiedlungswillige. Das ist ein mühseliges Geschäft. Wer herumstänkert, wie die SPD das gerne tut, erreicht nur das Gegenteil.

Wir halten fest: Wirtschaftsförderung in Aldenhoven funktioniert im Rahmen der gegebenen Umstände. Warum also einen Wirtschaftsförderer einstellen, wie das FWG und FDP vorhaben? Ein Wirtschaftsförderer kostet unterm Strich 100.000 €. Das kann man doch im Ernst nicht wollen, wenn man andererseits vorgibt jeden Euro umdrehen zu müssen. Nicht zu vergessen, bezahlen wir bereits für Wirtschaftsförderung jährlich 50.000 € an den Kreis über die Kreisumlage.

Oder steckt vielleicht etwas Anderes dahinter? Will die neue Mehrheit etwa jemanden aus den eigenen Reihen in die Verwaltung einschleusen? Der FWG-Vorsitzende Froning hält sich ja verdächtig oft im Rathaus auf, was allen auffällt. Dann allerdings bekäme die Sache ein besonderes "Geschmäckle" und der Selbstbedienungsladen wäre perfekt.

Völlig absurd wird es, wenn FWG und FDP nach einem "Bedarf suchen" für kommunale Vorhaben aus EU-Mitteln. Einfacher wäre es sich an die regionalen Zweckverbände zu wenden, wie ZAR, AGIT oder Indeland.

Fazit: Der Antrag der FWG/FDP geht vollends an der Sache vorbei. Er offenbart erhebliche Defizite in den Reihen der Antragsteller. Er ist so ziemlich das Dümmste, was uns bislang zu diesem Thema unter gekommen ist.

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