So
21
Dez
2008
Wasserkosten
Seit Jahren wehren wir uns als CDU gegen die Einführung der getrennten Abwassergebühr in Aldenhoven. Der in Schmutzwasser undNiederschlagswasser aufgeteilte Gebührenmaßstab mag
verursachungsgerechter sein. Wir allerdings waren und sind der Auffassung, dass dieses neue System sich für ein durchschnittliches Hausgrundstück imländlichen Raum mit durchschnittlichem
Versiegelungsgrad, also für die Mehrheit, nur nachteilig auswirken kann.
Nun hat das OVG Münster entschieden. Ein Aufschub ist nicht mehr möglich. Ab 01.01.2009 muss in Schmutzwasser und Niederschlagswasser getrennt werden. Die neue Gebührenkalkulation liegt vor.
Unsere Befürchtungen haben sich insoweit bestätigt.
Ich will das an einem einfachen Zahlenbeispiel verdeutlichen: Im Jahre 2008 wurden bei einer Abwassergebühr von 3,99 Euro/m3 multipliziert mit dem Trinkwasserverbrauch eines durchschnittlichen
4-Personenhaushaltes von 180 m3 exakt 718 Euro fällig.
Für 2009 sind es auf der Basis der Schmutzwassergebühr von 3,74 Euro/m3 mal 180 m3 Trinkwasserverbrauch 673 Euro und auf der Basis der Niederschlagswassergebühr von 0,81 Euro/m2 multipliziert mit
einem durchschnittlichen Versiegelungsgrad von 130 m2 = 105 Euro.
Zusammengerechnet bedeutet das 778 Euro, was zusätzliche Gebühren von 60 Euro im Jahr ausmacht. Pro Monat bedeutet das 5 Euro mehr. Demnach hat sich die Gesamtgebühr in einem Jahr unterm Strich
um 56 Cent pro m3 erhöht, dass sind rund 15 % mehr. Woran liegt es?
Der WVER hat nach einer Beitragserhöhung von 260.000 Euro im Vorjahr wieder einmal mit plus 250.000 Euro zugeschlagen. Begründet wird das mit erhöhten Kapitalkosten für die Sanierung der
Kläranlage Setterich, an der wir mit 23 % beteiligt sind, sowie Zinszahlungen für den Verbindungssammler Freialdenhoven/Siersdorf nach Stilllegung der Kläranlage Freialdenhoven.
Der Frischwasserbezug hat sich ein weiteres mal um 10.000 m3 verringert auf 630.000 m3, bedingt durch die Eigenversorgung über Zisternen bzw. die in der Satzung gewährten Ermäßigungen. 10.000 m3
weniger Frischwasserbezug erhöhen die Abwassergebühr gleich um 8 Cent pro m3. „Der Bürger spart sich arm".
Beim Niederschlagswasseransatz hat sich der Entwässerungsanteil der öffentlichen Verkehrsflächen aufgrund genauer Ermittlung auf 11,9 % verringert, was — im Gegensatz zu den Vorjahren - nunmehr
zu einer Kostenbelastung für den Gebührenzahler von 70.000 Euro führt. Das alleine macht schon 8 Cent/m2 aus. Die Kosten des Büros Mertens und die Abwasserabgabe aus Vorjahren können zum Glück
mit einer aufgelaufenen Überdeckung von rund 200.000 Euro im Haushalt 2009 verrechnet werden. Alles in allem verhält sich die Niederschlagswassergebühr in Aldenhoven noch moderat und liegt im
Bereich dessen, was unter den Gemeinden in der Nachbarschaft in Ansatz gebracht wird. Der Schmutzwasseranteil dagegen liegt deutlich oberhalb vergleichbarer Ansätze in der Umgebung. Der Grund
sind die Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung der Kläranlage in Setterich. Dabei ist der Anschluss über ein Rohrleitungssystem noch gar nicht vollzogen. Das steht uns im nächsten Jahr noch
bevor. Die zu erwartenden Pumpkosten werden ein übriges tun.
Ein Ende der Gebührenspirale ist demzufolge zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Welche Wahl hätten wir gehabt? Statt des Anschlusses an die Kläranlage Setterich die Sanierung der maroden
Kläranlage Siersdorf. Rufen wir uns die Vergleichsrechnungen des WVER aus dem Jahre 2003 in Erinnerung. Noch weitaus höhere Gebührenzahlungen wären die Folge gewesen. Für uns bleibt am Ende
festzustellen, dass moderate Abwassergebühren in Aldenhoven aufgrund der neuen technischen und abrechnungsmäßigen Gegebenheiten von nun an der Vergangenheit angehören.
